Montag, 19. Februar 2018

Sonntag, 18. Februar 2018

Musik in Räumen

Ja, statt mich der schöngeistigen schnöden Sonntagsliteratur hinzugeben, lese oder höre ich hingerissen stundenlang Beschreibungen neuer, zeitgenössischer Musik. Auch mag mich diesen verstörenden Klängen immer seltener entziehen. Zerbrechlichkeitsübungen von  Chaya Czernowin! Das soll mal eine/r literarisch hinkriegen. Das Unwirkliche erforschen. Versteckte Räume nicht nur finden, sondern sie auch betreten und erleben, erforschen, gestalten. Fiktive Sphären jenseits von Gut und Bös, jenseits Zeit und Raum, jenseits unserer Vorstellung.
Czernowins Etudes in Fragility zeigen "wie voll von akustischem Leben die meist unbeachtete und fragile Welt zwischen Atem und Stimme ist."

Samstag, 17. Februar 2018

Musik in Worten

"Ich musste diese Musik behutsam aus Stille und Leere hervorziehen" sagt Arvo Pärt zur die Entstehung seines Te Deum (1985). Vielleicht ist das sein Schaffens-, Kompositionsprinzip überhaupt, dieses Hervorziehen aus Stille und Leere.

Gute Musik, sagt Iván Fischer, berührt die Seele. Über schlechte redet er nicht. Er dirigiert heute Abend Pärt pur in Berlin. zT vom Flügel aus (Spiegel im Spiegel)

Heißt das, dass die Musik dorthin zurück geht, wo sie herkommt: in die Stille und die Leere?


Freitag, 16. Februar 2018

Das Jahr des Erde-Hundes

Weil die Chinesen uns in der Zeit voraus sind, findet das chinesische Neujahrsfest und das Ende meines persönlichen Martyriums erst heute statt. Traditionell beginnen die Asiaten ihr neues Mondjahr mit dem zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende. Kann man sich gut merken. Der war bei uns gestern abend, aber auf der anderen Seite der Erdkugel war da schon früher Morgen. Die dunkle Nacht meines schwarzen Lochs - der astrologischen Leere der Zeitverschiebung - habe ich trotzdem überstanden. Vorzeitig befreit vom Rot und vom Zwang, mein Leben nach Osten auszurichten. Ich lese noch einmal nach, was in meinem privaten Buch der Bücher zum Hahn geschrieben steht: "Auf seine alten Tage hin wird er glücklich sein." Im Hundejahr soll er aber "ernüchtert und niedergeschlagen sein", denn der Glanz seiner Parade ist verflogen. Nun denn. 
Fortan können sich die Hunde quälen, die mit dem Element Erde verbunden sind: 戊戌 (Wuxu): Treue, Loyalität, Sinn für Gerechtigkeit und Frieden, kritisches Denken, beißenden Spott schreiben die Chinesen dem Hund zu, aber auch Unruhe. Er ist ständig auf der Lauer. Um seine hehren Ziele zu verfolgen, scheut er vor geräuschvollen oder sogar blutigen Auseinandersetzungen nicht zurück! Das Leben eines Hunde-Kindes verlaufe ruhiger, wenn es am Tag geboren wurde, heißt es, denn in der Nacht muss der Hund das Haus bewachen ...

Donnerstag, 15. Februar 2018

Neumond

Am Morgen brennt eine Viertelstunde der Himmel. Dann knipst jemand das Glühen aus und der Tag wird von einer Sekunde auf den anderen grau, verregnet, verschneit, ver(sch)windet, verweht. Kalt und ungemütlich. Wer zu spät aufsteht, den bestraft das Leben. Nipptide und Ostwind. Und: am Wattenmeer ab sofort Ende des Feuerhahnjahres!

Mittwoch, 14. Februar 2018

Poland by Island

Valentinstag, Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit. Tag der großen Versprechen: "drinking on polish roads is even worse than sleeping on polish roads" (Ólafur Arnalds, isländischer Musiker und Komponist)

Dienstag, 13. Februar 2018

Gurgel

Die "hebräische Bibel", lese ich, kenne ein anderes Seelenbild als die christlich-abendländische. Ihre Vorstellung der Seele als Hals, Kehle, Gurgel gefällt mir. Ich brauche nicht die Erklärung von Atem oder Lebenshauch bzw Leben überhaupt. Auch nicht die Wörter Näfesch oder Ruach. Bei mir ist der Hals die Sollbruchstelle, beseelt oder nicht. Aber Sollbruch. Die Seele als Sollbruch. Der Hals oder die Halswirbel als schwächste Glieder des menschlichen Skeletts.
Seit Tagen wache ich mit Halsschmerzen, einer brennenden Gurgel und Schluckbeschwerden auf, die im Laufe des Tages spurlos verschwinden. Oder vergesse ich? Die Seele? Im wachen Zustand? Bin ich, sobald ich aufrecht stehe, die Treppe hinunter in die Küche gehe und mir Tee koche, abgelenkt und bereits seelenlos?
Weiter lese ich, dass der "hebräische Mensch ..." (wer ist das?) "... durch und durch Psychosomatiker war". Denn für ihn waren Körper, Geist und Seele unzertrennlich. Bin ich ein "hebräischer" Mensch? Eine "hebräische" Frau? Immerhin trage ich einen "hebräischen" Namen (יהודית Jehudit)!