Mittwoch, 18. Oktober 2017

Kaltwasser

Abschied vom Meer. Das Neunte und Letzte Abbaden. Aller Guten Dinge sind Drei Mal Drei. Das Wasser ist natürlich kalt. Anders kann man es gar nicht sagen. Läuft aber tapfer auf.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Warmwasser

Die Sonne ist stundenlang als morgenrote Scheibe am Himmel nur zu erahnen ist. Hell wird es nicht. Aber rot: Ophelia ist schuld. Der sogenannte Ex-Hurrikan. Ich dachte, es gibt nur unter Menschen Ex. Ophelia also (warum sie? ich dachte, wir leben in einem Jahr, in dem die Tiefs Shorts wie Männer tragen - oder ist die Ex kein Tief?), oder das, was von ihr übrig geblieben ist, pustet uns Saharasand und Rußpartikel von den Waldbränden in Portugal und Spanien über die Köpfe. Ich erledige, was erledigt werden muss. Heckenschönschnitt. Strauchrückschnitt. Und fülle den ersten Laubsack.

Montag, 16. Oktober 2017

Wassertemperatur

Sie ist nochmals gestiegen! Das Achte Abbaden steht vor der Tür.
Und am Abend:
18:00-18:30 Meldorf, Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 15. Oktober 2017

Giesswasserüberfluss

Nebel am Morgen. Sonne am Mittag. Wärme am Abend. Ich habe den ganzen Sommer über mein gesammeltes Regenwasser in der Regentonne kaum je gebraucht. Ständig hat es angeblich geregnet. Trotzdem kam ich jeden Tag trockenen Fußes an den Deich. Das kam noch nie vor, seit ich am Wattenmeer lebe. Mitte Oktober und die Regentonne, ich habe gerade ihren Deckel etwas gelüpft und nachgeguckt, ist immer noch bis oben voll. Vor dem ersten Frost sollte ich sie entleeren. Aber wie?

Samstag, 14. Oktober 2017

Wasserfahrt

Auf nach Brunsbüttel:
Jakobuskirche, 19 Uhr: Passend zum Reformationsjubiläum spielt der Heider Kantor Sebastian Schwarze-Wunderlich in seinem Orgelkonzert ein Programm unter dem Titel "Eine fest Burg". Zu hören sind Choralbearbeitungen zu Luther-Liedern sowie freie Orgelwerke aus vier Jahrhunderten von Scheidemann, Hanff, Alberti, Bach, Silcher, Mendelssohn Bartholdy und Schwarze-Wunderlich.

Freitag, 13. Oktober 2017

Fahrwasser

Freitag der Dreizehnte. Schon wieder. Den ganzen Sommer über habe ich "Peter Holtz" gehört, vom Autor selbst gelesen, jeweils am Abend zwanzig bis höchstens fünfundzwanzig Minuten lang. Der Radiosender hat die einzelnen Portionen so kurz zugeschnitten, dass die Zuhörer drei lange Sommermonate lang jeden Abend aufs Neue Peter Holtz über sein glückliches Leben berichten hören mussten. Eine Zumutung, gelinde gesagt, aber man konnte ja jederzeit abschalten. Das Geschwafel dieses Peters und seiner diversen Partner war leer und fad. Ein Buch (fast) nur aus Dialogen. Und Dialoge (fast) nur aus Floskeln wie "Du spinnst ja wohl" oder "Wie kommst Du denn darauf?" Beeindruckend!
Nun habe ich aktuell zwei Wochen lang am Morgen "Die Hauptstadt" gehört. Auch da: Plattitüden bis zum Gehtnichtmehr. TV-Duell-Sprache, talkshowmix, professionell von einem Schauspieler vorgetragen.
Bei Martin Suter irrlichtert ein rosaroter Minielefant durch die erzählte Welt (bringt immerhin Licht ins Dunkel), bei Robert Menasse ein rosarotes Hausschwein durch Brüssel (literarisch vollkommen überflüssig). Ingo Schulze hat kein Flair für Tiere (und steht dazu, Respekt!). Der diesjährige Glarner Kulturpreisträger, Perikles Monioudis hat in seiner Dankesrede vor ein paar Tagen verkündet, dass er durch "Imitation" zum Schriftsteller wurde: «Literatur hat ihre Wurzeln in der Imitation. Ein Buch kann nur schreiben wer – wann und wo auch immer – davon erfahren hat, dass es Bücher gibt. ... Ich wurde Schriftsteller durch die Anverwandlung all dessen, von dem ich mir vorstelle, es mache einen Schriftsteller aus.»
Ich bin fassungslos und kehre in meine Dunkelkammer zurück.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Weihwasser

Die hohen Wellen der Inspiration: Ich lese einen Artikel über "Die Phototopographie und ihre Anwendung auf Luftaufnahmen" von 1921! Darin wird ein drehbarer "Raumlenker" beschrieben, der die sichtbare (oder unsichtbare?) Welt in horizontale und vertikale Komponenten zerlegen kann. Und - so meine unqualifizierte Schlussfolgerung - anders, beliebig, je nach dem, je nach Auftraggeber, wieder zusammensetzt. So entsteht nicht das exakte Abbild der Welt, sondern die perfekte Projektion unserer Wünsche.