Freitag, 13. April 2018

Freitag der Dreizehnte

Nichts Außergewöhnliches. Regen. Etwas milder. Der Wind hat nachgelassen. In der Pause (Mittag, Regen) fahre ich nach Heide. Mit gelben Schuhen. Haareschneiden bei Heidi. Eine Stunde später bin ich zurück und sehe, dass die Blutpflaume zu blühen beginnt. Also doch! Nochmals eine Stunde später regnet es bereits wieder.

Donnerstag, 12. April 2018

Ostwind

Eiskalte Sonne und verheerende Niedrigwasserstände. Der schneidende Wind trocknet nicht nur die Wäsche. Auch die Erde. Fliegt. Ich wässere den Bambus.

Mittwoch, 11. April 2018

Bäckerlatein

Heute 19 Uhr im ev. Gemeindezentrum in St. Michaelisdonn.
Daniel Lorenzen erzählt von seiner Tippelei: Ein Bäcker auf der Walz.
Der Anmeldetermin ist schon um, aber Spontan- und Überraschungsgäste sind immer gern gesehen, es gibt einen Imbiss, Joldelunder Laugenstangen und etwas zu trinken.

Dienstag, 10. April 2018

Tomatenretter

Heutzutage wird die Welt von allen Rändern und Ecken her gerettet. Das ändert nichts daran, dass der Boden morsch ist, auf dem wir uns bewegen. Und natürlich untergraben, unterwandert,unterhöhlt von Unzähligen fleißigen Ameisenvölkern.
Trotzdem kann ich stolz meine Ausbeute der Meldorfer Saatguttauschbörse präsentieren: Baselbieter Röteli.
Gerettete Tomatensamen aus meiner Heimat! Wie durch ein Wunder zu mir ans Wattenmeer gewandert. Hab mir gleich zwei Tütchen nach Hause mitgenommen und sie auf meinem Fensterbrett der Anzuchterde übergeben. Besprühe sie jeden Tag mit Regenwasser. Die in Meldorf physisch anwesende Tomatenretterin versicherte mir, dass Tomatensamen intelligent, anpassungsfähig und überlebenswillig seien. Dazu setzen sie die Kraft des kollektiven Gedächtnisses ein. Wie wir Menschen auch. Wenn ich also Baselbieter Röteli über Jahre in meinem windzerzausten Garten (an der warmen Südwand!) bis zur Reife heranziehe, jeweils ein paar Samen rette und im nächsten Frühjahr wieder aussäe, werden sich die Pflanzen an das neue Klima gewöhnen und von Jahr zu Jahr eine bessere Tomatenernte abwerfen. Irgendwann muss ich sie dann umtaufen in Wattenmeerröteli.

Montag, 9. April 2018

Meldorfer Montags Mahnwache

MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg
18:00-18:30 Uhr Südermarkt

Samstag, 7. April 2018

Herbsthimbeere

Der Wind kommt kalt von Ost. Aber alle Nachbarn schwärmen aus mit Harke und Besen. Bürgersteige werden gefegt, Betonmischer laufen und ich denke über Bodenmüdigkeit nach. Ich bekomme Herbsthimbeerpflanzen, wurzelnackt, und weiß nicht wohin, damit. Ich lege sie in einen Eimer mit Regenwasser. Denn die Pflanzen sind anspruchsvoll, wie die Menschen auch. Bevorzugen einen frischen Standort, tiefgründig und humusreich, ohne Staunässe aber mit Kletterhilfe. Sogenannte Spreizklimmer. Ich fühle mich überfordert und widme mich erstmal der Wäscheleine. Auch ein kalter Wind trocknet die Wäsche besser als jede Maschine.

Freitag, 6. April 2018

Im Meldorfer Dom

Marktandacht. Die erste mit der neuen Kantorin. Sie setzt einen erfreulichen ersten Akzent. Gibt uns keinen Ohrwurm mit auf den Einkaufsrausch (Frühling! Die ersten Blumen und Pflanzen!). Sondern das Andanto espressivo aus Edward Elgars Orgelsonate. Gewöhnt unsere Ohren an nicht immer gefällige Töne.
Und: Die neue Osterkerze von Anna W. brennt.
Weil heute ihr Geburtstag ist, darf hier erwähnt werden, dass Anna seit Jahren die Osterkerzen für den Dom gestaltet und niemand weiß das. Danke und grattis på födelsedagen!

Donnerstag, 5. April 2018

Im Wattenmeer

Westwind. Heftig. 6 bis 7, Böen 8 bis 9. Kleine Landunter in den Vogelbrutgebieten an der Küste. Das Nachmittagshochwasser läuft endlich wieder einmal auf, einen halben bis dreiviertel Meter über Normal. Die meisten Brutvögel sind erst dabei ihre Brutareale zu markieren. Feldlerchen. Rotschenkel. Und wer sonst noch zu Gange ist. Kurz vor der Eiablage. Die armen Vögel schlottern nicht nur, sondern werden auch eine schlaflose Nacht haben und mit gerunzelt Stirn über die überspülte Salzwiese nachdenken, die eigentlich ihr Gelege aufnehmen soll.

Mittwoch, 4. April 2018

Im Bücherregal

Ich sortiere mein Leben aus. Während im Radio Jane Eyre läuft, Teil 1 der Hörspielfassung. Akustisch gewöhnungsbedürftig. Einen Stadtplan nach dem anderen lasse ich auf den Haufen fallen, der in die blaue Tonne kommt. Wie seltsam das plötzlich anmutet, dass Erdoberflächen, an denen sich Hunderttausende oder Millionen Menschen tummeln, geometrisch sortiert sind. Verkehrsstromleitung. Wie absolut gleichförmig und uninteressant.

Dienstag, 3. April 2018

Schwarzwurzeln

Beginn einer kurzen Woche. Alles ist um einen Tag verschoben, auch der Montagsblues und die Biokiste. Bekomme zum ersten oder letzten Mal in diesem Winter Schwarzwurzeln! Reich an Inulin, aber auch Kalium und Phosphor. Über das Schälen streiten sich die Geister. Ich tue es unter fließendem kalten Wasser ohne Handschuhe und gut'is.

Montag, 2. April 2018

Meldorfer Montags Mahnwache

Ostermontag - ist auch ein Montag:
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 1. April 2018

primo aprilis

Ostern kommt immer nach dem Vollmond. Das ist kein Aprilscherz sondern die Erfindung von den Kirchenvätern. Ostern ist - im Gegensatz etwa zu Weihnachten oder dem 1. Mai - ein bewegliches Fest.
Ostern ist an den Frühlingsanfang, an den Lauf des Mondes gekoppelt. Die Astronomen spitzfindeln, dass der Frühlingsanfang auf den 19., den 20. oder den 21. März fallen kann, die Kirchenväter aber zur Berechnung ihres Feiertages einen Fixtermin, nämlich den 21. März genommen haben. Außerdem gebe es, sagen sie naseweis, immer wieder Ausnahmen, Irrläufer oder Stolperfallen im Universum. Deshalb könne Ostern an einem anderen Datum stattfinden, als es die Regel vorsieht. Das nennt man Osterparadoxon. Auch kein Aprilscherz.
Die Hexen hingegen wissen, dass das Osterdatum deshalb beweglich ist, damit nie auf einen Karfreitag eine Sonnenfinsternis fällt! Sonnenfinsternisse gibt es nur um Neumonddaten. Und Ostern findet spätestens eine Woche nach Vollmond statt, also lange bevor der Neumond am Himmel das Zepter übernimmt.

Samstag, 31. März 2018

Karsamstag

Karsamstag. Nicht Ostersamstag. Karsamstag. Der stillste Tag des Jahres - ich kann es nicht oft genug wiederholen. Der dunkelste und der geheimnisvollste, sagen die Kirchenväter. Grabesruhe. Eisige Todesstille. Vor dem Fenster bereitet sich der Winter auf seinen zweiten Rückfall vor.
Und Vollmond. Der vierte des laufenden Jahres, der zweite im März, also Blue Moon. Der Februar hatte keinen, also gab es schon im Januar zwei.

Freitag, 30. März 2018

Karfreitag

Sonne. Tageslosung (wie gemacht für's Wattenmeer, seit Tagen extreme Niedrigwasserstände):

Als Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind.
2.Mose 14,21

Donnerstag, 29. März 2018

Gründonnerstag

1 Stunde Schnee geschippt. Dem Bambus zugeredet, er möge sich unter der nassen Last wieder aufrichten. Mit dem Nachbarn über Marder und Kinder gesprochen. Jetzt beginnt der Tag, wie immer mit konträren Kalenderblättern:
Das eine sagt: "Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer heiß."
Das andere sagt: "Liegt an Gründonnerstag Schnee, gefriert im Sommer der Tee!"
Der norddeutsche Volksmund verknüpft listig das eine mit dem andern: "Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer ein Sch..."

Mittwoch, 28. März 2018

ausgestrahlt

ausgestrahlt e.V. - www.ausgestrahlt.de - hat die Filmvorführung gestern organisiert und einen Büchertisch aufgebaut. Und Postkarten gedruckt, auf denen "schwarze Säcke" zu sehen sind auf deutschen Standorten. Solche Schwarze Säcke, die rund um die Reaktorruine in Fukushima zu Hunderttausenden (oder ich weiß nicht wieviel mehr) lagern. Gefüllt mit strahlendem Gut. Den 5 oder 7 oder 10 Zentimeter Naturerdboden, die fleißige Staatbeamte entfernen, ordentlich einpacken und ordentlich aufstapeln. Im Bemühen, ganze Landstriche zu dekontaminieren. Das Plastik der Säcke hält 5 Jahre (ganz zu schweigen von der Strahlendurchlässigkeit des Materials). Die sind seit der Katastrophe längst abgelaufen. Aktuelle Bilder zeigt der Film nicht. Die ganze Sache des "Abpackens" (ähnliches passiert/e mit dem verseuchten Kühlwasser - mittlerweile fließt es mehr oder weniger ungehindert in den Pazifik) dient in Japan nur - wie vieles andere - der gesellschaftlichen Beruhigung. Um nicht zu sagen: der Augenwischerei. Beschäftigungstherapie à la japonaise.
Ausgestrahlt erliegt einem fundamentalen Irrtum, wenn er - der Verein - annimmt, bei gleichem szenario (Super Gau!) würden in Deutschland oder Westeuropa die gleichen Mechanismen wie in Asien greifen. Niemand hier wird auch nur eine Sekunde an solchen Irrsinn glauben, geschweige denn ihn in ameisenhafter Unterwürfigkeit in die Tat umsetzen.
Unsere Zukunft ist bereits angebrochen. Ausgestrahlt.

Dienstag, 27. März 2018

Furusato

Heute im Kino Meldorf, 20 Uhr:
Fukushima Dokumentation: Furusato - Wunde Heimat

Warum leben Menschen in einer Gegend, von der sie wissen, dass von ihr eine unsichtbare tödliche Gefahr ausgeht? Dieser Frage spürt Thorsten Trimpop in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm nach. Die Stadt Minamisoma im Distrikt Fukushima ist eine geteilte Stadt. Ein Teil liegt in der evakuierten 20-Kilometer-Sperrzone um den havarierten Reaktor, im übrigen Teil gilt die Stadt nach der Reaktorkatastrophe von 2011 trotz viel zu hoher Strahlenwerte weiterhin als bewohnbar. Dort leben noch immer knapp 57.000 Menschen. Warum? In Japan hat Heimat eine tiefe Bedeutung. Die Landschaft, in die man geboren wird, trägt der Mensch ein Leben lang in sich. Sie prägt ihn, sie ist ihm heilig: sie ist ein FURUSATO. So fühlen sich die verbliebenen Bewohner der Gegend um Fukushima verantwortlich - für ihre Heimat, die Aufrechterhaltung ihrer Traditionen, ihre Mitmenschen oder Tiere. Menschen wie der Aktivist Bansho, die junge Pferdezüchterin Miwa oder die ältere Frau Noda - sie alle bleiben in der Heimat, mit zum Teil bereits spürbaren Folgen für ihre Gesundheit. Wobei nicht alle von ihnen diese Entscheidung freiwillig treffen - Entschädigungszahlungen für ihre unbewohnbaren Häuser haben nur Wenige erhalten, Andere - wie die Familie von Miwa - haben keinerlei Hilfen bekommen. Sie können es sich schlicht nicht leisten zu gehen. Wie auch den Schulkindern, die im Chor "ich liebe Fukushima, ich gehe hier nicht weg" singen, bleibt ihnen keine andere Wahl, als in der verstrahlten Heimat zu bleiben. (Text: Verleih)

Trailer:
http://www.furusato-film.com/

Montag, 26. März 2018

Jonathan Leander

War ungeduldig und mochte nicht mehr länger warten. Erblickte gerade ein bisschen vorzeitig das Licht der Welt. Noch vor Ostern und vor dem Vollmond, aber nach der Zeitumstellung. Herzlich willkommen in Dithmarschen!

Meldorfer Mahnwache

Wann, wenn nicht jetzt?
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 25. März 2018

Samstag, 24. März 2018

Orgelkonzert

Die Ereignisse überstürzen sich. Zwei Meldungen haben mich diese Woche nachhaltig getroffen - Zeit für Musik! Für Passion! Für Palmwedel!

Orgelkonzert zur Passion
Orgelmusik aus Schweden, Frankreich, Ungarn, Italien und Deutschland von J. S. Bach, Franck, Messiaen, Kodály, Ulvedalen u.a.
Eintritt frei, um eine Spende für den Orgelbauverein wird gebeten

An der Kleukerorgel:
Kantor Sebastian Schwarze-Wunderlich


18 Uhr, St. Jürgen Kirche Heide

Freitag, 23. März 2018

Czarny piątek - Schwarzer Freitag

Heute 16 Uhr: Streik ALLER (nicht nur der Frauen, denn die Männer betrifft es ebenso) vor dem Sejm in Warschau gegen ein absolutes Abtreibungsverbot, wie es die rechtsnationale PiS auf Anraten der katholischen Kirche in Polen durchsetzen will.

Solidaritätskundgebungen auch in Berlin und anderswo rund um den Globus.

Donnerstag, 22. März 2018

Anna Bump

Anna Bump - wer war sie? Wir wissen es nicht. Aber sie muss so (einfluss)reich und/oder (handwerklich) begabt, gebildet gewesen sein, dass sie ihren dreieinhalb Meter langen Bildteppich signierte und mit dem Familienwappen versah.

Ausstellungseröffnung ANNA WEBT heute um 19 Uhr im Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf.

Ein Stück textile Zeitgeschichte kommt von Berlin und Jerusalem zurück nach Dithmarschen.
Der 3,50 Meter lange Wandteppich ist in Dithmarschen im Jahr 1667 zum 150. Jahrestag der Reformation fertiggestellt worden. Auf ihm sind 50 Szenen aus dem Leben Christi zu sehen. Der Wandteppich besteche durch "seine Detailliebe und hochwertige Handarbeit", sagt Museumsleiterin Dr. Jutta Müller. Bis heute beschäftige sich die Forschung mit seiner Herkunft.
Der Wandteppich befindet sich seit 1971 im Besitz des Museums für deutsche Volkskunde, dem heutigen Museum Europäischer Kulturen in Berlin. Zuvor hing er im Israel Museum in Jerusalem, wohin der Teppich 1955 durch eine Schenkung aus den USA gelangte.
Die Bildmotive sind vielfältig: Sie reichen von der Geburt Jesu bis zu seiner Wiederkehr als Weltenrichter. Bildzitate aus Luthers Bibel-Ausgabe von 1545 und Verweise auf Bibelstellen umrahmen in Hochdeutsch die Bilder. Außerdem sind darauf exotische Motive wie Elefant, Rhinozeros, Pflanzen und Fabelwesen zu entdecken, auf deren Geschichte die Ausstellung ebenfalls einen Blick wirft.

Der Titel der Ausstellung "Anna webt Reformation" verweist auf die in den Teppich eingewebte Signatur "Anna Bump" und ein Familienwappen. Anna Bump wurde 1644 in Kleve im nördlichen Dithmarschen geboren. Ob sie den Teppich tatsächlich webte, entwarf oder stiftete, ist nicht endgültig geklärt. Auch ob er für eine Kirche gefertigt wurde, an welchen Orten er im 19. Jahrhundert hing und warum er einst in drei Teile zerschnitten und wieder zusammengefügt wurde, ist bis heute ein Rätsel.
Auffallend sei das künstlerisch-handwerkliche Niveau, betont Museumsleiterin Dr. Jutta Müller. Es stelle die biblischen Geschichten und die Alltagswelt des 17. Jahrhunderts in vielen Facetten dar. "Er ist ein wertvolles Kunstwerk der nachreformatorischen Zeit, das international anerkannt ist", so Dr. Jutta Müller. Die handwerkliche Arbeit spiegele flämische Einflüsse wider, da viele Flamen, die wegen ihres protestantischen Glaubens fliehen mussten, in Norddeutschland eine neue Heimat fanden und als Weber über das Land zogen.
Ergänzt wird die Meldorfer Ausstellung durch zeitgenössische Objekte aus dem Kircheninventar der Region, Textilien, Möbel mit Schnitzereien christlicher Motive und verschiedene Objekte der Alltagkultur. Sie gewährt Einblick in die bäuerliche Welt Dithmarschens in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Mittwoch, 21. März 2018

Subtyp H5N6

Frühling und Welttag der Poesie.
Ich habe noch nie Gedichte geschrieben, obwohl immer wieder Leser den lyrischen Charakter meiner Prosa betonen. Heute ist mir so unlyrisch zumute wie noch nie. Auf Süderoog wurde die Geflügelpest Subtyp H5N6 festgestellt, alle Hühner, Enten, Gänse, die ich im November und Dezember dort täglich zweimal fütterte und dabei ihr Sozialverhalten studierte (oh, wie waren die Schwarzen Enten doch gefrässig und gierig!), sollen nun gekeult werden ... 
Ich zitiere, was Nele und Holger auf fb schreiben:
"Schwarze Tage für unsere Arche-Hallig.
Bei unserem vom Aussterben bedrohten Geflügelrassen wurde das H5 Virus (Vogelgrippe) nachgewiesen. Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. Zu diesen gehören unsere Ramelsloher Hühner gelber Farbschlag (extrem gefährdet), unsere Aylesburyenten (extrem gefährdet), unsere Pommernenten blauer und schwarzer Farbschlag (gefährdet), unsere Pommerngänse (unter Beobachtung) und unsere Bronzeputen (stark gefährdet).
Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. Für uns ist es nicht nur einfach ein ersetzbarer Tierbestand. Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. Zudem sind auch Tiere mit Charakter dabei. Enten, Gänse, Puten und Hühner, mit denen wir hier auf der kleinen Warft in der Nordsee so nah zusammenleben und schon so manche Sturmflut durchgestanden haben und die hier von uns bis zum bitteren Ende ihr Gnadenbrot bekommen hätten. Dass dieses Ende nun so schnell und so bitter kommen soll . . . zieht uns einfach den Boden unter den Füßen weg. ..."
 der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018
Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018
Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018

https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/gefluegelpest-subtyp-h5n6-erstmals-in-schleswig-holstein-nachgewiesen-id19394166.html

Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018
Auf der Facebookseite der Hallig Süderoog heißt es in einem Post zum Thema: „Wie uns der Kreistierarzt telefonisch mitteilte, werden nun alle unsere auf der Roten Liste stehenden, gefiederten Tiere getötet werden müssen. (…)Die Erhaltungszucht mit den alten Geflügelrassen war angetrieben von der Überzeugung, etwas Gutes zu tun. Ein kleines Gegengewicht zur heutigen leider weitverbreiteten Massentierhaltung. (…) Ohne unser Geflügel werden wir die Kriterien eines Arche-Hofes nicht mehr erfüllen können. (…) Momentan sind wir ziemlich fertig und wissen gar nicht so recht, wie uns geschieht. (…) Zum Abschied unserer tollen Tiere, wollen wir sie Euch noch einmal in Momenten zeigen, in denen sie ein glückliches, freies und artgerechtes Leben auf der kleinen Hallig im nordfriesischen Wattenmeer leben durften. Macht's gut, ihr gefiederten Freunde.“ – Quelle: https://www.shz.de/19394166 ©2018vvv

Dienstag, 20. März 2018

Frühling

Die Sonne geht nun ziemlich exakt im Osten auf. Ich sehe sie erst, wenn sie über die Dächer der Nachbarhäuser steigt. H. erzählte, sie habe sich als Kind vorgestellt, wie es wäre, wenn sie einen Keil in die Landschaft schlüge, um die Sonne am Horizont aufgehen zu sehen... Irgendwann habe sie erkannt, dass sie viele Keile schlagen müsste, in den ersten Hügel hinter dem Haus, in den nächsten Hügel hinter dem ersten Hügel, den Berg hinter den beiden Hügeln, die vielen Berge hinter dem Berg hinter den Hügeln... und dass es ihr nie gelänge, die Sonne am über den Horizont steigen zu sehen.

Montag, 19. März 2018

Meldorfer Mahnwache

Wann, wenn nicht jetzt?
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 18. März 2018

Brot und Rosen

Heute ist sie nochmals in Meldorf zu erleben: die frontFRAUENfront, 16 Uhr im Bornholdt! Wer sie verpasst, ist selber schuld. 
Sie treten nacheinander auf die Bühne und stellen sich brav mit Echtnamen vor: Ute, Carola und Gabriela. In dieser Reihenfolge. Nicht alphabetisch und nicht nach irgendeinem Rang. Sie setzen sich zum Nachmittagsklatsch mit Sekt: Ute, Carola und Gabriela. So beginnt die Show Brot und Rosen. 
 Außer dem kleinen Tisch und den drei Stühlen steht auf der Bühne noch eine rotlackierte Bockleiter, in der oben quer eine abgesägte Vorhangstange steckt. Oder ist es ein Besenstiel ohne Besen? Wie auch immer, geputzt wird nicht in Brot und Rosen, sondern nur gespielt. Die drei Darstellerinnen Ute, Carola und Gabriela steigen in verschiedene Rollen ein und wieder aus. Ein und wieder aus. Hin und her. Wie auf einer Schaukel. Wie in einen fahrenden Zug. Die rote Bockleiter ist zum offenen Kleiderschrank umfunktioniert. In und an ihr hat alles Platz, was die drei für ihre Reise durch die Zeit und ihre Verwandlungen auf der Bühne brauchen: es ist die offene, die öffentliche Requisitenkammer der Frauenemanzipation. An der Stange hängt Hegels weißes Hemd, ungebügelt. Auf einem Tritt steht Louise Astons Tintenfass, voll. Daneben wartet ihre dicke Zigarre auf ihren Einsatz. Auf den Ablagebrettern türmen sich Schwangerschaftskissen, es kommen immer wieder ungeborene Kinder mit auf die Bühne. Ein Kerzenständer, eine Häckeltasche, Rousseaus Perücke, selbstgebastelte Wolken und Heiligenscheine. Neben Kants schwarzer Weste leuchtet die lila Schürze der Mutterkreuzträgerin, neben Emily Davisons hochgeschlossenem Kostüm das kunterbunte Kleid der Joint rauchenden Flower-Power-Hippie-Frau und so weiter und so fort.

Samstag, 17. März 2018

Neumond

Schneetreiben. Orkanböen. "Wer dem Leben begegnet, hat alles in Händen" sagt wer? Am Wattenmeer ist es gerade anders: arktische Bedingungen. Wer hier Sturm begegnet, ist zerzaust und durchfroren. Lässt alles aus den klammen Fingern fahren. Die Vögel verhungern, Krebse, Wattschnecken und Herzmuscheln erfrieren, Schleifspuren der Eisschollen von kürzlich. Der Wattboden trocknet durch den extremen Ostwind aus, kein Wasser. Schnee!

frontFRAUENfront

Die frontFRAUENfront ist wieder im Anmarsch und feiert mit der neuen Revue Brot und Rosen heute Premiere in Meldorf: 20:30 Uhr im Bornholdt. Ausverkauft!
Ausweichtermin: morgen dortselbst, 16:00 Uhr.

Die frontFRAUENfront. Der Duden kennt weder dieses Wortungetüm noch seine Schreibweise – aber die Dithmarscher sind vertraut damit. Sie wissen, was sich hinter der rhythmischen Alliteration der beiden Buchstaben F und R in den Wörtern Front – Frauen – Front verbirgt. Sie wissen, was hinter den Binnenversalien steckt, den großgeschriebenen FRAUEN. Sie wissen, was das Repetieren der martialisch anmutenden Front, der Gefechts- oder Gewitterfront, bedeuten soll. Die Front kommt aus dem Französischen und bedeutet Stirn. Die Frontfrauen bieten also jemandem oder etwas die Stirn! Sie unterhalten, frisch, frech und froh. Die frontFRAUENfront bewegt und berührt. Die Frauenfront droht nicht, sie informiert, zwinkert mit den Augen, singt, jubiliert, zeigt Gesicht und Haltung.
Die Meldorfer kennen die frontFRAUENfront seit jenem Kunstgriff-Event vor ein paar Jahren, das eigentlich nur einmal an einem heißen Augustabend im Bornholdt hätte stattfinden sollte, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre. Die Frauen, allesamt Frontfrauen bei verschiedenen Dithmarscher Bands wie Soul Salvation, June oder Two Lips u.a., präsentierten damals ihr Programm Was Frauen über Männer denken. Der Erfolg überwältigte sie und brachte ihre Lebenspläne vollkommen durcheinander. Sie kamen fünf Monate lang nicht mehr zur Ruhe und marschierten durchs Land, mit ihren Hintermännern, den Musikern und dem Techniker, von einem Auftritt zum anderen. Danach brauchten sie eine Pause. Zum Luftholen und Energietanken. Nun steht die neue Revue: Brot und Rosen. Haben sie damals über Männer nachgedacht, so tun sie es jetzt über Frauen. Sie berichten im Zeitraffer oder in Zeitlupe, holzschnittartig und grenzüberschreitend, singend und sprechend von der Frauenfront, von der Geschichte der Frauenrechte, der Gleichberechtigung, der Frauenbefreiung. Freiheit!

Freitag, 16. März 2018

Wind

Endlich Wind! Sturm. Böen bis 9! Sie kommen kalt von Ost und rollen über mein Dach wie Wellen. Vertreiben Wolken und Trübsinn, auch das auflaufende Wasser. Die Fährverbindungen fallen aus, ich träume von der Hallig!

Donnerstag, 15. März 2018

Sichtweisen

Warum hat niemand von den "echten" Hoogern Martina Fluck Rede und Antwort gestanden, als sie ihr Ansinnen vorbrachte, eine Doku über die Sturmflut 1962 zu drehen? Warum spricht im Film nur die Lehrersgattin, die 1962 gerade mal ein halbes Jahr auf der Hallig war? 
In Japan habe ich den Satz fürs Leben gelernt. "Wichtig ist, was nicht gesagt wird". Auf Hooge kam für mich die Ergänzung dazu: "...was nicht gezeigt wird".
Meine Meldorfer Optikerin, von Berufs wegen eine Frau des Sehens, wunderte sich kürzlich, warum alle so sehr bemüht sind, auf der ganzen Welt, den "Schein" zu wahren, die Oberfläche zu polieren, das Außen makellos erscheinen zu lassen, selbst aber unter dieser falschen Haut, an diesem falschen Zurschaustellen krepieren. Es müsste doch umgekehrt sein, sagte sie, in unserer profitgierigen, egoistischen Welt. Jede/r müsste doch in erster Linie dafür besorgt sein, dass sein/ihr innerster der Kern gesund ist. Die Seele.  

Mittwoch, 14. März 2018

Ludwig Nissen

Der berühmteste Auswanderer Nordfrieslands. Und doch weiß kaum einer etwas von ihm. Martina Fluck stellte in Husum die Gretchenfreage: warum heißt das Nissen-Haus Nissen-Haus. Da niemand eine Antwort wusste, machte sie sich auf die Suche.
Ludwig Nissen 
Der Film spürt der Auswanderungsgeschichte von Ludwig Nissen nach, dem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in New York City der wirtschaftliche und soziale Aufstieg gelang. 1855 in Husum als Sohn eines Reepschlägers geboren, drang er als erfolgreicher Juwelenhändler bis in die einflussreiche Finanzaristokratie vor. Er heiratete die Deutsch-Amerikanerin Katie Quick, gemeinsam zogen sie nach Brooklyn und wurden zu prominenten Mitgliedern der Gesellschaft. Die glückliche Ehe blieb kinderlos. Einen Großteil seines Vermögens vermachte Ludwig Nissen der Stadt Husum und legte so den Grundstock für das Nordfriesland Museum Husum. Nissenhaus
Weitere Informationen und Trailer: http://www.yucca-filmproduktion.de/news.html

Im Vorfilm Sturmflut:
Die große Sturmflut von 1962 an
Schleswig-Holsteins Nordseeküste 
Sechs Zeitzeugen berichten, wie die Naturkatastrophe in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 Halligen verwüstete, Deiche zerstörte, Köge überflutete und das Vieh in den Ställen ertränkte. Es grenzt an ein Wunder, dass an Schleswig–Holsteins Nordseeküste keine Menschen starben!

Dienstag, 13. März 2018

Garten

Dienstag der Dreizehnte: Der Garten ist auf Vorderfrau gebracht. Ganz ohne mein Zutun alles Unnütze abgesäbelt, das Maigrün endlich und im Handumdrehen restlos entfernt, die Rosen gestutzt und umgesetzt, die Bäume gestutzt, der Bambus in seine Schranken gewiesen und mein Gemüsebeet umgepflügt! Mein Kreuz dankt es mir.

Montag, 12. März 2018

Meldorfer Mahnwache

Wann, wenn nicht jetzt?
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 11. März 2018

Fukushima

11 - 3 - 11: Sieben Jahre danach und noch immer ist nichts unter Kontrolle. Es spricht nur keiner mehr darüber.
Das war vor 2 Jahren "and it's getting worse":
http://awarenessact.com/fukushima-has-now-contaminated-13-of-the-worlds-oceans-and-its-getting-worse/
Verdrängen als Lebensstrategie:
https://www.greenpeace.de/themen/energiewende-atomkraft/atomunfaelle/der-geschmack-der-angst?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=GPD+-+7+Jahre+Fukushima
Die Technik tat, was sie tun sollte - aber sie war veraltet:
https://www.golem.de/news/fukushima-die-technik-tat-genau-was-sie-sollte-1803-133234.html
Die Sonne geht gerade auf bei uns, ich wünsche einen strahlenden Sonntag Laetare! Papst Franziskus ist heute 5 Jahre im Amt. 13 - 3 - 11: Fünf Jahre danach und noch immer ...

Samstag, 10. März 2018

Kater

Nein, ich habe keinen Kater. Susanne Mayer las gestern Abend in Begleitung ihres Hundes, eine irischen Rüden. Seinen Namen hab ich vergessen, den Namen der Rasse auch, nur die Nationalität ist mir geblieben. Er verwickelte sich zu Beginn der Veranstaltung in den Kabeln, die vom Lesetisch herabhingen. Weil er selbst auch verkabelt, also angeleint war. Ein Kater hätte sich frei bewegen können und also weniger Aufsehen erregt. Deshalb setze ich ihn jetzt schnurrend und schleichend nachträglich in Szene. Wie er auf der Suche nach Haaren an den Beinen der Zuhörer den Saal beherrscht! Es ging nur um Macht den ganzen Abend. Um die Macht des Wortes, die Macht der Kolumne (einer Erfindung der PR-Abteilungen in den Redaktionen zur Intensivierung der Leserbindung, also ein Machtausübungsmittel), die Macht des Themas, die Macht des Witzes, die Ohnmacht der Zeit, die Ohnmacht der Vergänglichkeit - journalistische Texte sind nun mal kurzlebig - und die Ohnmacht der Karikatur. Mein nicht existierender Kater hat keine Berührungsängste, sondern ein weiches Fell. Einen verregneten Vormittag verbringt er natürlich schlafend auf meinem Fensterbrett.

Freitag, 9. März 2018

Männer

Susanne Mayer liest heute aus ihren Männer-Zeit-Kolumnen: 
Die Hälfte der Menschheit. Männer gibt es jede Menge. In Deutschland 40 Millionen. Sie treten auf in den Zufallssortierungen Papas oder Chefs, Nachbarn, Kollegen, DJs und CEOs, Taxifahrer, Barmixer, Lehrer. Friseure, Gärtner, Beamte. Politiker oder Lover. Männer sind unter Hoodys versteckt oder schleppen silberne Köfferchen in den ICE, schieben Kinderwagen im Slalom durch eine dichte Menschenmenge, einhändig, oder pressen am Gate ihr Smartphone ans Ohr, bis der Schweiß tropft und das Boarding-Licht flackert und das Bodenpersonal die Krise kriegt.“
20:00 Uhr Traumausstatter, Süderstr. 9, Meldorf
Eine Veranstaltung des Peter-Panter Buchladens

Donnerstag, 8. März 2018

Mittwoch, 7. März 2018

Nieselwetter

Und schon wieder grau in grau. In Joldelund liegt immer noch Schnee. Der Name, höre ich, hat nichts zu tun mit Isolde. Die Endung -lund deutet auf den Wald, den es aber auch schon lange nicht mehr gibt. Jedenfalls nicht in der einstigen Ausdehnung, als ein Eichhörnchen von der Ostsee an die Nordsee springen konnte, ohne je den Boden zu berühren. Es gibt noch Goldelund, Högelund, Ladelund uws. Jolde- kommt eben nicht von Isolde sondern von dänisch hjalde / hjolde für erhöhte Stelle. Joldelund liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Husum und Flensburg. Kein Wunder also, liegt dort noch Schnee.

Dienstag, 6. März 2018

Tauwetter

Die Sonne scheint und ich gehe ins Dithmarscher Landesmuseum. Mein Geheimtipp unter den norddeutschen Realisten ist Pekka Hepoluhta. Sein Verwischen des Realen. Er war oft am Morgen unterwegs, das sieht man seinen Bildern an. Und er liebt Unterführungen, von denen es in Meldorf nicht viele, aber eine prominente gibt. Kein Vergleich mit Berlin. http://www.pekkahepoluhta.fi/maalauksia/?gallery=Berliini_2009

Montag, 5. März 2018

Mahnwache in Meldorf

Blitzeis und Regen am Morgen. Temperaturanstieg im Laufschritt.
Am Abend Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg
18:00-18:30 Uhr Südermarkt

Sonntag, 4. März 2018

Frostig

Und sonnig. Zum vorerst letzten Mal. Das Wetter kippt in der Nacht und im Radio sagt Frederic Rzewski ("Ich improvisiere, indem ich denke") auf die Frage eines Journalisten, warum er Musik schreibe: Weil er sonst sterben würde. Und auf die Frage, wozu die Musik diene: Sie diene dazu, Musikern Arbeit zu geben. So können Musiker essen und müssen nicht sterbe.

Samstag, 3. März 2018

Rolltreppe

Auch etwas, was am Wattenmeer nicht vorhanden ist: eine Rolltreppe. In Rendsburg angeblich die längste Europas oder Deutschlands, was beides sicher nicht (mehr) stimmt. Die Elbphilharmonie hat nun sicher eine deutlich längere und geschwungen verlaufend Bogenrolltreppe, wodurch man am Anfang das Ende nicht sieht und umgekehrt. In Rendsburg heute in der Mittagspause: 55 Meter nach unten, 130 Meter Fußmarsch durch den Tunnel und auf der anderen Seite wieder 55 Meter nach oben. Und ich befinde mich am anderen Ufer des Nordostseekanals. Dasselbe retour, so dass ich in der Tat insgesamt 220 Rolltreppenhöhenmeter überwunden habe.

Freitag, 2. März 2018

Vollmond

Die erste Märzvollmondnacht. Der zweite, blaue Vollmond steht uns noch bevor am Ende des Monats. Die Nacht ist kalt und klar.

Donnerstag, 1. März 2018

Frühlingsanfang

Auf dem Kalender fängt der Frühling an. Über mein Dach poltert der Ostwind.  In der Meldorfer Bucht schieben sich Eisplatten übereinander wie Dachziegel. So kalt war es den ganzen kalendarischen Winter über nie! Die Energiebotschaft rät, im März bewusst zu atmen, Chi zu atmen, die Zellen mit frischer Lebensenergie zu füllen. Na denn!

Mittwoch, 28. Februar 2018

Helmsand

Zu Hochwasserzeit. Bei eisigem Ostwind. Kein Wasser weit und breit. Nur Eis am Horizont. Keine Fata Morgana und keine aus dem Meeresboden gestampfte Stadt. Das auflaufende Wasser landete wohl vollständig als Schneemeer über Nordfriesland. Mein geplanter Arbeitsausflug nach Joldelund versank in den Schneeverwehungen.

Dienstag, 27. Februar 2018

Meerschnee

Ich habe zweimal meinen Bürgersteig gefegt heute. Trockener Pulverschnee. Lässt sich mit dem Besen problemlos auf die Straße schieben. An der Ostsee aber, lese ich, kommt der Schnee gesalzen vom Himmel. "Lake-Effect" - wenn arktische Kaltluft lange genug über offenes Wasser strömt und dann auf Land trifft. Dann schneit es Ostseeschnee, Meerwasser. Der eisige Wind hat das verdampfende Wasser über der warmen Ostsee aufgenommen und Schneepakete landeinwärts geschickt. Die sind zugestellt, zuverlässiger als durch die Gelbe Post! In Lübeck liegen 35 Zentimeter Neuschnee, in Greifswald 26, auf Kap Arkona 10, in Hamburg 7.

Montag, 26. Februar 2018

Sonntag, 25. Februar 2018

Maigrün

Es schneit. Die Temperaturen werden die ganze kommende Woche nicht mehr über Null kommen. Mein Todenbütteler Gärtner wollte morgen kommen und das Maigrün ausgraben, die Rosen umpflanzen, die Obstbäume beschneiden usw. Wir sind gestern übereingekommen, seinen Besuch zu verschieben und auf "offenes Wetter" zu warten.

Samstag, 24. Februar 2018

Ostwind

Scharfer Ostwind. Glasklare Sicht. Immer noch ablaufendes Wasser. Nochmals Deichspaziergang.

Freitag, 23. Februar 2018

Rendsburg

Im Sonnenschein. Wie immer. Am Kanal. Vor dem Fenster ziehen in regelmäßigen Abständen Containerriesen vorüber. In der Kapelle, die außerhalb der Gottesdienstzeiten als Tagungsraum dient, haben wir einen echten Menschen vom Verfassungsschutz vor uns, der unter unscheinbarem Namen als Referent für die Weiterbildung angekündigt war. Natürlich verrät das Buchstabengewirr hinter seinem Namen seine Funktion - aber wir Schiedsleute sind anders gepolt.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Die Krux

Die Musik darf Verwirrung schaffen - die Sprache nicht. Die Musik darf Orientierung auflösen - die Sprache soll sie geben. Die Musik darf Geräusche aus der Realen Welt - zb das Geräusch einer Motorsäge, Kindergeschrei, Quietschen von Autoreifen, oder einfach das Murmeln des unaufhörlich fallenden Regens - verzerren, vermischen, zur Unkenntlichkeit modifizieren - und den Hörer diesen Klangwelten schonungslos aussetzen. Sprache soll brav und nachvollziehbar daherkommen. Möglichst militärisch im Gleichschritt.

Mittwoch, 21. Februar 2018

Deichspaziergang

Die Sonne zeigt sich nur bis zum Mittag, danach fängt die Eiszeit an. Kein Wasser, kein Ton, die Vögel weit draußen im Watt.

Dienstag, 20. Februar 2018

Adiantum capillus veneris

Noch einmal Zerbrechlichkeit, noch einmal Chaya Czernowin. Adiantum capillus veneris - botanisch: der Frauenhaarfarn, musikalisch die zweite Zerbrechlichkeitsübung einer Komponistin, die eine Musik schaffen will, in der es kein "Ich" gibt, keine Subjektivität, kein Gefühl, auch kein Wort! Die Sänger singen keinen Text im herkömmlichen Sinn, sondern bewegen sich im "Spektrum zwischen purem Atemgeräusch und vibratolosem Gesang". Sie "drücken sich in einer Lautsprache jenseits der Semantik" aus, verzichten auf Worte, "um die unsagbaren Botschaften, die sich hinter den Worten verbergen, ans Tageslicht zu bringen":
https://vimeo.com/153594036

Montag, 19. Februar 2018

Sonntag, 18. Februar 2018

Musik in Räumen

Ja, statt mich der schöngeistigen schnöden Sonntagsliteratur hinzugeben, lese oder höre ich hingerissen stundenlang Beschreibungen neuer, zeitgenössischer Musik. Auch mag mich diesen verstörenden Klängen immer seltener entziehen. Zerbrechlichkeitsübungen von  Chaya Czernowin! Das soll mal eine/r literarisch hinkriegen. Das Unwirkliche erforschen. Versteckte Räume nicht nur finden, sondern sie auch betreten und erleben, erforschen, gestalten. Fiktive Sphären jenseits von Gut und Bös, jenseits Zeit und Raum, jenseits unserer Vorstellung.
Czernowins Etudes in Fragility zeigen "wie voll von akustischem Leben die meist unbeachtete und fragile Welt zwischen Atem und Stimme ist."

Samstag, 17. Februar 2018

Musik in Worten

"Ich musste diese Musik behutsam aus Stille und Leere hervorziehen" sagt Arvo Pärt zur die Entstehung seines Te Deum (1985). Vielleicht ist das sein Schaffens-, Kompositionsprinzip überhaupt, dieses Hervorziehen aus Stille und Leere.

Gute Musik, sagt Iván Fischer, berührt die Seele. Über schlechte redet er nicht. Er dirigiert heute Abend Pärt pur in Berlin. zT vom Flügel aus (Spiegel im Spiegel)

Heißt das, dass die Musik dorthin zurück geht, wo sie herkommt: in die Stille und die Leere?


Freitag, 16. Februar 2018

Das Jahr des Erde-Hundes

Weil die Chinesen uns in der Zeit voraus sind, findet das chinesische Neujahrsfest und das Ende meines persönlichen Martyriums erst heute statt. Traditionell beginnen die Asiaten ihr neues Mondjahr mit dem zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende. Kann man sich gut merken. Der war bei uns gestern abend, aber auf der anderen Seite der Erdkugel war da schon früher Morgen. Die dunkle Nacht meines schwarzen Lochs - der astrologischen Leere der Zeitverschiebung - habe ich trotzdem überstanden. Vorzeitig befreit vom Rot und vom Zwang, mein Leben nach Osten auszurichten. Ich lese noch einmal nach, was in meinem privaten Buch der Bücher zum Hahn geschrieben steht: "Auf seine alten Tage hin wird er glücklich sein." Im Hundejahr soll er aber "ernüchtert und niedergeschlagen sein", denn der Glanz seiner Parade ist verflogen. Nun denn. 
Fortan können sich die Hunde quälen, die mit dem Element Erde verbunden sind: 戊戌 (Wuxu): Treue, Loyalität, Sinn für Gerechtigkeit und Frieden, kritisches Denken, beißenden Spott schreiben die Chinesen dem Hund zu, aber auch Unruhe. Er ist ständig auf der Lauer. Um seine hehren Ziele zu verfolgen, scheut er vor geräuschvollen oder sogar blutigen Auseinandersetzungen nicht zurück! Das Leben eines Hunde-Kindes verlaufe ruhiger, wenn es am Tag geboren wurde, heißt es, denn in der Nacht muss der Hund das Haus bewachen ...

Donnerstag, 15. Februar 2018

Neumond

Am Morgen brennt eine Viertelstunde der Himmel. Dann knipst jemand das Glühen aus und der Tag wird von einer Sekunde auf den anderen grau, verregnet, verschneit, ver(sch)windet, verweht. Kalt und ungemütlich. Wer zu spät aufsteht, den bestraft das Leben. Nipptide und Ostwind. Und: am Wattenmeer ab sofort Ende des Feuerhahnjahres!

Mittwoch, 14. Februar 2018

Poland by Island

Valentinstag, Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit. Tag der großen Versprechen: "drinking on polish roads is even worse than sleeping on polish roads" (Ólafur Arnalds, isländischer Musiker und Komponist)

Dienstag, 13. Februar 2018

Gurgel

Die "hebräische Bibel", lese ich, kenne ein anderes Seelenbild als die christlich-abendländische. Ihre Vorstellung der Seele als Hals, Kehle, Gurgel gefällt mir. Ich brauche nicht die Erklärung von Atem oder Lebenshauch bzw Leben überhaupt. Auch nicht die Wörter Näfesch oder Ruach. Bei mir ist der Hals die Sollbruchstelle, beseelt oder nicht. Aber Sollbruch. Die Seele als Sollbruch. Der Hals oder die Halswirbel als schwächste Glieder des menschlichen Skeletts.
Seit Tagen wache ich mit Halsschmerzen, einer brennenden Gurgel und Schluckbeschwerden auf, die im Laufe des Tages spurlos verschwinden. Oder vergesse ich? Die Seele? Im wachen Zustand? Bin ich, sobald ich aufrecht stehe, die Treppe hinunter in die Küche gehe und mir Tee koche, abgelenkt und bereits seelenlos?
Weiter lese ich, dass der "hebräische Mensch ..." (wer ist das?) "... durch und durch Psychosomatiker war". Denn für ihn waren Körper, Geist und Seele unzertrennlich. Bin ich ein "hebräischer" Mensch? Eine "hebräische" Frau? Immerhin trage ich einen "hebräischen" Namen (יהודית Jehudit)!

Montag, 12. Februar 2018

Sonntag, 11. Februar 2018

Freitag, 9. Februar 2018

Bilderbuch

Ansichten aus dem Innern des Kopfs des Künstlers:
Natürlich ist die Welt ein Bilderbuch. Und natürlich ist jedes Bild falsch, sobald es irgendwo stehen bleibt, erstarrt, verzerrt, entsetzt - wenn irgendein gottverdammter Idiot meint, die STOP-Taste drücken zu dürfen. Denn die Erde dreht sich, wie ein Karussell auf dem Jahrmarkt.
Niemand ist gerne nur eine Seite in einem Buch, die jederzeit umgeblättert werden kann.
Hooge ist in jeder Hinsicht ein Lehrstück im Brechtschen Sinn. Das wissen nur die Hooger selbst nicht. Zum Glück, denkt der Künstler und schwingt seinen Pinsel - sonst wäre das Gaudi ja zu Ende.

Donnerstag, 8. Februar 2018

Atelierbesuch

Ich schraube Hadis Kopf auf und gucke hinein. Das allein ist ein Bild wert: wie die Betrachterin in den Kopf des Malers gelangt. Eine Leiter anstellt und eine Sprosse nach der anderen erklimmt, um, einmal oben angekommen, hinabzusteigen in die Untiefen seiner Hirnwindungen. Wie in den Krater eines Vulkans. Die Betrachterin ist Schriftstellerin, kann das Innere des Kopfes des Malers also höchstens in Worte fassen - oder es verschweigen. Der Maler muss die Fremde in seinem Kopf so lange ertragen, bis er das Bild auf die Leinwand gebannt hat.

Mittwoch, 7. Februar 2018

Verordnung

Beim Aufräumen (siehe Eintrag vom 1.2. "Schaffe Ordnung") ist mir ein Buch in die Hände gefallen, das ich nur zu Hause lesen kann. 1261 Seiten. The collected Stories von William Trevor, in english natürlich. 83 Kurzgeschichten. Ich verordne mir nun täglich eine short story statt Mittagsschlaf, zum relaxen, zum runterkommen, rauskommen, abschalten, einschalten, wie auch immer. Aber in english! Es ist kein Geheimnis: ich kann nicht deutsch lesen, wenn ich deutsch schreibe. Sorry about that ... Polnisch ist im Moment unattraktiv, uninspirierend, unmöglich - political noncorrectness, leider. Also Trevor, ab Seite 785, weil dort ein altes Lesezeichen steckt, und weil es weniger frustierend ist, ein dickes Buch im letzten Viertel anzufangen, als auf Seite 1. Hinter der Winteransichtskarte von Grindelwald hebt die Geschichte mit dem schönen Sommertitel "The Teddy-bears' Picnic" mit einem bemerkenswerten ersten Satz an:
"I simply don't believe it," Edwin said. 
The best first sentence ever - der beste erste Satz, der mir je untergekommen ist an einem hellen Februartag statt Mittagsschlaf: I simply don't believe it - Ich fass' es einfach nicht ... 

Dienstag, 6. Februar 2018

Unlila Resümee

Hadi in Heide war erstaunt mich zu sehen. "In meinem Kopf", sagte er lachend, "bist du immer noch auf der Hallig". Dieser Satz steckt seither in meinem Kopf. Nach zwei Tagen habe ich Hadi in Meldorf gefragt, wie das Bild denn aussieht, "ich auf der Hallig" in seinem Kopf. Ob er dieses Bild aus seinem Kopf heraus auf die Leinwand bringen kann. Er wird es versuchen.

Montag, 5. Februar 2018

Samstag, 3. Februar 2018

Hände

Behende schreibt man neuerdings so: behände. Jedenfalls behauptet das die automatische Rechtschreibüberprüfung in meinem Computer, die immer dann, wenn ich mich vertippe, das falsch geschriebene Wort rot unterstreicht. Das ist dann höchste Alarmstufe. Es gibt auch grüne Unterstreichungen, dann gefällt dem System stilistisch etwas nicht. Manchmal sind die Korrekturvorschläge auch purer Nonsens. Denn der Computer kennt die Sprache längst nicht so gut wie ich. Mit "behände" hat er mich aber so sehr irritiert, dass ich den Duden (das Buch!) in die Hand nahm und aufschlug. Tatsächlich wird die neue Schreibweise "behände" empfohlen und als Fallbeispiel sogar mein eigener Satz angegeben: "mit behänden Schritten". Erklärt wird er etymologisch mit "bī hende" = bei der Hand. 
Trotzdem kommt es mir ziemlich absurd vor, dass ich meinen Bäckermeister mit behänden Schritten über den Hof laufen lassen soll. Die Hände sind in diesem konkreten Fall erstens von den Füßen ziemlich weit entfernt, zweitens mit etwas anderem beschäftigt (er trägt einen Zentnersack Weizenmehl über der Schulter). Aber einer nimmt auch die Beine in die Hand oder sogar unter die Arme, wenn er - aus welchem Gründen auch immer - sehr schnell vom Schauplatz verschwinden will. Auch das kann sich die Autorin kaum plastisch vorstellen. Warum es schneller vonstatten geht, flinker, effektiver, wenn die Beine eingezogen, in den Achselhöhlen oder Handflächen verstaut sind. 
Ich umschiffe das Problem, indem ich den Satz ersatzlos streiche. Niemand wird je erfahren, wie das Mehl in die Backstube gelangt.

Freitag, 2. Februar 2018

Licht

Der Tag sei bereits eine Stunde länger als zu Weihnachten, höre ich in der Morgenandacht im Radio. Für uns am Wattenmeer trifft das nicht zu, ich habe es überprüft. Am 25.12. lagen zwischen SA und SU in Meldorf genau 7,38 Stunden. Heute sind es 8,98. Die Differenz beträgt 1,6 - also mehr als anderthalb Stunden! Gefühlsmäßig stimmt das auch: seit ein paar Tagen geht die Sonne, wenn man sie überhaupt zu Gesicht bekommt, erst nach 17 Uhr unter. Und in ein paar Tagen, genauer gesagt ab nächstem Mittwoch, wird sie wieder vor 8 Uhr aufgehen. Und dann haben wir wieder deutlich über 9 Stunden Tageslicht.

Die Kirche sieht die Welt anders als die Wissenschaft oder der Markt. Heute ist Mariä Lichtmess - und früher endete in katholischen Ländern an diesem Tag die Weihnachtszeit. Das ist heutzutage nicht mehr zu machen, weil ja direkt nach den Silvesterraketen die Ostereier in die Supermärkte kommen. Wie sollen die geplagten Mütter ihren Kindern beim Einkaufen also erklären, dass immer noch Weihnachten ist, auch ohne Geschenke?
Wir gingen früher, als ich noch Kind war, am 2. Februar abends zur Messe, egal auf welchen Wochentag er fiel. Wir ließen uns, nicht ganz freiwillig natürlich,  vom Priester zwei geweihte und brennend Kerzen über Kreuz an den Hals halten. Die - sowie das entsprechende Gebet dazu - würden, erklärten unsere Mütter, uns vor Halsweh, Schnupfen und Husten bewahren. Niemand hatte damals einen Grund, solche und andere Rituale anzuzweifeln, geschweige denn sich ihnen zu widersetzen.

Menschen, die von "früher" berichten, sind alt geworden. Also auch ich.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Energiebotschaft

Die Fengshuimeisterei aus Berlin schickt mir Energiebotschaften per mail. Für den Februar lautet sie: Schaffe Ordnung - erlöse Dein Chaos. Der Baumpfleger kommt also und erlöst die Edelkastanie vom Chaos des Baumhauses.
Er zeigt mir, wie und wo der Baum das fremde, minderwertige Bauholz, das Baumhausholz zum Teil schon einverleibt hat. Die Rinde stülpt sich wie eine Lippe über die Fremdkörper. Baumrinden, erzählt mir der Baumkletterer, würden auch Eisenteile, zB Verankerungen für Zäune uä einfach "auffressen" oder überwuchern. Ich bin begeistert und freue mich für meinen zu seiner Ordnung zurückgekehrten Hausbaum. Ich darf ihn nicht mehr fällen, denn er ist ein ortsbildprägender Baum, der Stamm hat auf der Höhe von ungefähr einem Meter über dem Boden einen Umfang von mehr als 2 Metern, nämlich über drei, denn er teilt sich wie ein Zwilling oder wie die Finger an der Hand. Und, sagt der Fachmann, der Baum ist älter als das Haus. Er stand bereits, als das Haus gebaut wurde. Durfte schon damals nicht gefällt werden. Erstaunlich!

Mittwoch, 31. Januar 2018

Blue Moon

Der letzte Januartag und der zweite Januarvollmond und eine totale Mondfinsternis, in Europa leider nicht sichtbar - und warum nicht, erklärt sich hier:
"Das Ereignis »Vollmond« hat nichts damit zu tun, ob gerade Tag oder Nacht ist. Vollmond ist dann, wenn Sonne – Erde – Mond im Weltraum in einer Reihe stehen und zwar in genau dieser Reihenfolge, die Erde liegt also zwischen Sonne und Mond. Je nachdem zu welcher Uhrzeit dies geschieht, ist auf der sonnenabgewandten Erdhalbkugel gerade Nacht und man sieht dort den Mond am Himmel stehen. Auf der sonnenzugewandten Erdhalbkugel ist aber in diesem Moment Tag und man sieht den Mond nicht, da er von diesem Standpunkt aus betrachtet hinter der Erde liegt.
Der Vollmond ist ein astronomisches Ereignis und hängt nicht davon ab, welche Tages- oder Nachtzeit ein Beobachter auf der Erde gerade hat. Es ist ein universelles Ereignis (die Astronomie definiert daher auch eine Zeitangabe in Universal Time = UT), und in diesem Augenblick zeigen die Uhren der Menschen in den verschiedenen Zeitzonen der Erde eben verschiedene Uhrzeiten an. Der Vollmond findet aber für jedes Land und jeden Menschen im selben Augenblick statt." (http://www.vollmond.info/de/blog/vollmond-am-tag.html)

Guitar Heroes in Joldelund

Heute, 20 Uhr im Verzehrkino Meldorf:
Guitar Heroes in Joldelund
Dokumentation internationaler Bluesrock-Festivals auf dem Dachboden meines Bio-Bäckers
Ein Film von Jan Ö. Meier
Länge 94 Minuten

Vorweg gibt es den Kurzfilm zur Wattolümpiade von Jan Ö. Meier. 

Wer noch nie Joldelunder Brot gegessen hat, sollte sich schleunigst im nächsten Bioladen (von Nordfriesland über Dänemark bis nach Hamburg) ein Kamutbrot, ein Dinkelganzkorn mit Möhren, ein "Joldi" oder einfach das traditionelle Schwarzbrot besorgen - nach Hause eilen, sich an den Küchentisch setzen, zurücklehnen und genießen!
Wer noch nie von Gerd's "Juke Joint" in Joldelund gehört hat, MUSS (!) heute alle andern Pläne sausen lassen und nach Meldorf ins Kino kommen. Der Filmemacher und der Biobäcker werden anwesend sein und Rede und Antwort stehen. 

Unterhaltsam, spektakulär, unglaublich, intensiv und sehr norddeutsch – mit kleinem Equipment fängt „Guitar Heroes in Joldelund“ die einzigartige Atmosphäre improvisierter, internationaler Bluesrock-Festivals mitten auf dem Land in Nordfriesland ein.

Keine Vorkenntnisse, keine Beziehungen, kein Promi-Faktor – mit seinen „Guitar Heroes“ Festivals in Joldelund beweist Gerd Lorenzen, dass mit purem Enthusiasmus und einer großen Familie in drei Generationen ganze Musik-Festivals auf dem eigenen Dachboden verwirklicht werden können, die seit 2014 sowohl Szene als auch die Nachbarn restlos begeistern.
mit Gerd Lorenzen · Bernard Allison Group · Erja Lyytinen · Ben Granfelt Band · Eric Steckel · Yasi Hofer Band  · Aynsley Lister · Simon Mc Bride · Tony Spinner · Eliana Cargnelutti · Larry Miller Band · Rob Tognoni · Will Wilde & Band und vielen anderen

Kinotermine 2018:
  • Meldorf: Kino Deutsches Haus, Mi., 31.01.2018, 20 Uhr
  • Rendsburg: Schauburg Filmtheater So., 04.03.2018, 19 Uhr (Norddeutsches Filmfest)
  • Kiel: Studio Filmtheater So., 15.04.2018, 18 Uhr