Freitag, 13. April 2018

Freitag der Dreizehnte

Nichts Außergewöhnliches. Regen. Etwas milder. Der Wind hat nachgelassen. In der Pause (Mittag, Regen) fahre ich nach Heide. Mit gelben Schuhen. Haareschneiden bei Heidi. Eine Stunde später bin ich zurück und sehe, dass die Blutpflaume zu blühen beginnt. Also doch! Nochmals eine Stunde später regnet es bereits wieder.

Donnerstag, 12. April 2018

Ostwind

Eiskalte Sonne und verheerende Niedrigwasserstände. Der schneidende Wind trocknet nicht nur die Wäsche. Auch die Erde. Fliegt. Ich wässere den Bambus.

Mittwoch, 11. April 2018

Bäckerlatein

Heute 19 Uhr im ev. Gemeindezentrum in St. Michaelisdonn.
Daniel Lorenzen erzählt von seiner Tippelei: Ein Bäcker auf der Walz.
Der Anmeldetermin ist schon um, aber Spontan- und Überraschungsgäste sind immer gern gesehen, es gibt einen Imbiss, Joldelunder Laugenstangen und etwas zu trinken.

Dienstag, 10. April 2018

Tomatenretter

Heutzutage wird die Welt von allen Rändern und Ecken her gerettet. Das ändert nichts daran, dass der Boden morsch ist, auf dem wir uns bewegen. Und natürlich untergraben, unterwandert,unterhöhlt von Unzähligen fleißigen Ameisenvölkern.
Trotzdem kann ich stolz meine Ausbeute der Meldorfer Saatguttauschbörse präsentieren: Baselbieter Röteli.
Gerettete Tomatensamen aus meiner Heimat! Wie durch ein Wunder zu mir ans Wattenmeer gewandert. Hab mir gleich zwei Tütchen nach Hause mitgenommen und sie auf meinem Fensterbrett der Anzuchterde übergeben. Besprühe sie jeden Tag mit Regenwasser. Die in Meldorf physisch anwesende Tomatenretterin versicherte mir, dass Tomatensamen intelligent, anpassungsfähig und überlebenswillig seien. Dazu setzen sie die Kraft des kollektiven Gedächtnisses ein. Wie wir Menschen auch. Wenn ich also Baselbieter Röteli über Jahre in meinem windzerzausten Garten (an der warmen Südwand!) bis zur Reife heranziehe, jeweils ein paar Samen rette und im nächsten Frühjahr wieder aussäe, werden sich die Pflanzen an das neue Klima gewöhnen und von Jahr zu Jahr eine bessere Tomatenernte abwerfen. Irgendwann muss ich sie dann umtaufen in Wattenmeerröteli.

Montag, 9. April 2018

Meldorfer Montags Mahnwache

MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg
18:00-18:30 Uhr Südermarkt

Samstag, 7. April 2018

Herbsthimbeere

Der Wind kommt kalt von Ost. Aber alle Nachbarn schwärmen aus mit Harke und Besen. Bürgersteige werden gefegt, Betonmischer laufen und ich denke über Bodenmüdigkeit nach. Ich bekomme Herbsthimbeerpflanzen, wurzelnackt, und weiß nicht wohin, damit. Ich lege sie in einen Eimer mit Regenwasser. Denn die Pflanzen sind anspruchsvoll, wie die Menschen auch. Bevorzugen einen frischen Standort, tiefgründig und humusreich, ohne Staunässe aber mit Kletterhilfe. Sogenannte Spreizklimmer. Ich fühle mich überfordert und widme mich erstmal der Wäscheleine. Auch ein kalter Wind trocknet die Wäsche besser als jede Maschine.

Freitag, 6. April 2018

Im Meldorfer Dom

Marktandacht. Die erste mit der neuen Kantorin. Sie setzt einen erfreulichen ersten Akzent. Gibt uns keinen Ohrwurm mit auf den Einkaufsrausch (Frühling! Die ersten Blumen und Pflanzen!). Sondern das Andanto espressivo aus Edward Elgars Orgelsonate. Gewöhnt unsere Ohren an nicht immer gefällige Töne.
Und: Die neue Osterkerze von Anna W. brennt.
Weil heute ihr Geburtstag ist, darf hier erwähnt werden, dass Anna seit Jahren die Osterkerzen für den Dom gestaltet und niemand weiß das. Danke und grattis på födelsedagen!

Donnerstag, 5. April 2018

Im Wattenmeer

Westwind. Heftig. 6 bis 7, Böen 8 bis 9. Kleine Landunter in den Vogelbrutgebieten an der Küste. Das Nachmittagshochwasser läuft endlich wieder einmal auf, einen halben bis dreiviertel Meter über Normal. Die meisten Brutvögel sind erst dabei ihre Brutareale zu markieren. Feldlerchen. Rotschenkel. Und wer sonst noch zu Gange ist. Kurz vor der Eiablage. Die armen Vögel schlottern nicht nur, sondern werden auch eine schlaflose Nacht haben und mit gerunzelt Stirn über die überspülte Salzwiese nachdenken, die eigentlich ihr Gelege aufnehmen soll.

Mittwoch, 4. April 2018

Im Bücherregal

Ich sortiere mein Leben aus. Während im Radio Jane Eyre läuft, Teil 1 der Hörspielfassung. Akustisch gewöhnungsbedürftig. Einen Stadtplan nach dem anderen lasse ich auf den Haufen fallen, der in die blaue Tonne kommt. Wie seltsam das plötzlich anmutet, dass Erdoberflächen, an denen sich Hunderttausende oder Millionen Menschen tummeln, geometrisch sortiert sind. Verkehrsstromleitung. Wie absolut gleichförmig und uninteressant.

Dienstag, 3. April 2018

Schwarzwurzeln

Beginn einer kurzen Woche. Alles ist um einen Tag verschoben, auch der Montagsblues und die Biokiste. Bekomme zum ersten oder letzten Mal in diesem Winter Schwarzwurzeln! Reich an Inulin, aber auch Kalium und Phosphor. Über das Schälen streiten sich die Geister. Ich tue es unter fließendem kalten Wasser ohne Handschuhe und gut'is.

Montag, 2. April 2018

Meldorfer Montags Mahnwache

Ostermontag - ist auch ein Montag:
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
Meldorfer Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 1. April 2018

primo aprilis

Ostern kommt immer nach dem Vollmond. Das ist kein Aprilscherz sondern die Erfindung von den Kirchenvätern. Ostern ist - im Gegensatz etwa zu Weihnachten oder dem 1. Mai - ein bewegliches Fest.
Ostern ist an den Frühlingsanfang, an den Lauf des Mondes gekoppelt. Die Astronomen spitzfindeln, dass der Frühlingsanfang auf den 19., den 20. oder den 21. März fallen kann, die Kirchenväter aber zur Berechnung ihres Feiertages einen Fixtermin, nämlich den 21. März genommen haben. Außerdem gebe es, sagen sie naseweis, immer wieder Ausnahmen, Irrläufer oder Stolperfallen im Universum. Deshalb könne Ostern an einem anderen Datum stattfinden, als es die Regel vorsieht. Das nennt man Osterparadoxon. Auch kein Aprilscherz.
Die Hexen hingegen wissen, dass das Osterdatum deshalb beweglich ist, damit nie auf einen Karfreitag eine Sonnenfinsternis fällt! Sonnenfinsternisse gibt es nur um Neumonddaten. Und Ostern findet spätestens eine Woche nach Vollmond statt, also lange bevor der Neumond am Himmel das Zepter übernimmt.