Donnerstag, 17. Mai 2018

Meldorfer kalt

Temperatursturz. Kälteeinbruch. Die verspäteten Eisheiligen hechten atemlos durch den Norden! Nach der Domchorprobe steht am Himmel über der Bahn eine hauchdünne Sichel. Immer noch kein Regen. Wieder kein Schwimmen. Alle defekten Ziegel rund ums Haus sind erneuert. Alles Holz hat eine Pflegelasur bekommen. Das Gerüst ist abgebaut, zerlegt und weggefahren. Auch im Innern finden Umwälzungen statt. Ich falle todmüde ins Bett.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Meldorfer heiß

Vorgewittrige Stimmung und aufkommender Sturm. Staub. Blüten. Handwerker. Der Gärtner bringt nochmals Pflanzerde und Bodenaktivator. Meine Nachbarin sagt, nichts, was wir dem Garten entnehmen (wegschneiden, ausgraben, vertikutieren) dürfe wirklich aus ihm entfernt werden. Alles müsse irgendwo seinen neuen Platz, seine erneute zweite Wiederverwendung und -verwertung finden. Und sei es auf dem Kompost. Ich hatte etwa 15 Säcke voller Moos - wo soll ich damit hin? Der Gärtner bringt Öko-Pflanzerde und nimmt das Moos mit. Was ist schlecht daran?
Der Wind macht mich heute mutlos. Und die Trockenheit. Ich habe keine Kraft, an den Deich zu fahren.

Dienstag, 15. Mai 2018

Meldorfer Neumond

Fast zeitgleich mit dem Hochwasserstand in der Meldorfer Bucht wird der Mond neu. Am Deich ist schon Sommerbetrieb. Heute Kalte Sophie und wir tummeln uns im Wasser. Es ist trübe, morastig, der Wattboden aufgewühlt und weich!
Ich zitiere die Schutzstation Wattenmeer zum Thema "Fata Morganas im Nationalpark Wattenmeer":

"Fata Morganas im Nationalpark Wattenmeer
Vergangene Woche war die Luft über dem Wattenmeer oft mehr als 10 Grad wärmer als das Wasser. Hierdurch kam es immer wieder zu interessanten Luftspiegelungen und anderen Effekten.
So war manchmal nach dem Sonnenuntergang noch minutenlang ihr Licht als leuchtender Streifen auf dem Horizont zu sehen. Brechungserscheinungen hatten es um die Erdkrümmung herum geleitet. Der gleiche Effekt führte auch dazu, dass vom Westerheversand hinter Süderoog deutlich Amrum mit seinen Dünen zu erkennen war. Eigentlich kann man aber bei klarem Wetter nur die Spitze des Wittdüner Leuchtturms sehen. Die Brechung hatte hier die Insel scheinbar über den Horizont gehoben.
Manchmal gab es auch eigenartige Mischungen aus Spiegelungen an Luftschichten und seltsamen Stauchungen.
Ganz typisch für den Mai, wenn sehr warme Luft über dem noch kalten Wasser liegt."


Und ich war dabei, als die Mittelplate an Himmelfahrt abhob!

Montag, 14. Mai 2018

Meldorfer Mahnwache

Bonifatius. Der vorletzte Eisheilige. Wieder verspricht der Tag hochsommerliche Hitze. Die Baselbieter Röteli sind seid gestern in den Töpfen an der Südwand.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 13. Mai 2018

Meldofer Sonntag

Am morgen setze ich alle Bären auf den Sperrmüllhaufen, sauber abgepackt in Stofftaschen. Eine Stunde später sind sie verschwunden. Gut so, denke ich. Entweder haben sie aus eigener Kraft endlich das Weite gesucht und genießen die Freiheit. Oder sie haben nun einen neuen Chef, einen neuen Bärenflüsterer und Bärenversteher. Oder eine neue Chefin. Am Mittag ist der Deich übervölkert wie ein Strand am Mittelmeer. Scharfer Ostwind, habe mächtig zu kämpfen auf dem Heimweg.

Freitag, 11. Mai 2018

Meldorfer Sperrmüll

Niemand arbeitet heute. Es hat immer noch nicht geregnet. Ich lege den Sickerschlauch aus. Der Bambus ist schon so dicht, dass ich mich kaum noch darin bewegen kann. Ich entrümpele das halbe Haus. Das kostet mich unheimlich viel Kraft. Trotz des Bades in der Nordsee. Sie wird wieder kälter.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Meldorfer Himmelfahrt

Endlich wieder Hochwasser. Zwar läuft das Wasser nur zögerlich auf, aber die Zeit passt wieder in den Rahmen des Tageslichts. Ich fahre an die Meldorfer Bucht. Die Ölplattform ist zum Greifen nah, hat aber die Bodenhaftung verloren und schwebt am Horizont gerade gen Himmel. Ebenso die Bäume vor Friedrichskoog. Nur die Windmühlen haben noch Fundament unter den Füßen. Die ganze Nordsee ist gestreift wie ein Zebra. Dunkel bei Büsum, hell im Westen. Sandig. Leicht windig. Das Wasser kühl. Aber die Duschen sind angeschlossen und drei Strandkörbe stehen am Nacktbadestrand. Zu sehen ist kein Mensch.

Mittwoch, 9. Mai 2018

Meldorfer Allerlei

Es will und will und will bei uns nicht regnen. In der Ferne, vor meinem Fenster, im Nordosten hängen graue Schleier. Irgendwo im Riesenwohld oder bei Albersdorf regnet es in Strömen. Und ich krepiere hier mit den Staren, Amseln und dem Bambus im Blütenstaub.

Dienstag, 8. Mai 2018

Meldorfer hilfreich

Mein Apfelbaum blüht. Immer wieder schön. Die Tomaten haben die erste Nacht außer Haus verbracht. Immer wieder schön. Gestern habe ich den Hasen gesichtet, aber er war noch nicht an meinen Weinbergzucchinis, die ich beim VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzplanzenvielfalt) erstanden, auf dem Fensterbrett vorgezogen und vor ein paar Tagen der Freiheit meines Gemüsebeets übergeben habe. Es handelt sich um "gerippte oder glatte, rankende und buschige Sorten". Mal sehn. Überraschungen sind immer wieder schön. In die Blutpflaume, über dem frisch angesäten Rasenstück, habe ich alte CD's eingefädelt und aufgereiht. Der Wind bewegt sie und sie verscheuchen mit ihrem entsetzlichen Blitzen und Wetterleuchten tatsächlich erfolgreich (bisher) alle gefräßigen Rabenvögel. Das ist nicht schön. Aber gut für den Rasen.

Montag, 7. Mai 2018

Meldorfer Montagsmahnwache

Der Tag verspricht hochsommerliche Hitze. Die Sonne ist soeben aufgegangen. Der Kater nach der gestrigen Wahl schläft noch. Aber meine Baselbieter Röteli dürfen tagsüber schon auf die Terrasse, wie kleine Kinder oder Hunde.
18:00-18:30 Uhr Südermarkt
MMM - Meldorfer Montags Mahnwache für den sofortigen Atomausstieg

Sonntag, 6. Mai 2018

Meldorfer Stimme

Kontrastprogramm. Wir haben die Wahl. Das Wetter ist prächtig. Ich verbringe den ganzen halben Tag im Wahllokal. Zuerst zählen wir leere Stimmzettel, dann zählen wir ausgefüllte Stimmenzettel. Sortieren aus. Zählen nochmals und nochmals und nochmals. Bis alles stimmt und stimmt und stimmt.

Samstag, 5. Mai 2018

Meldorfer Anbaden

Heute, am 5.5. um 17:05 angebadet in der Meldorfer Bucht. Fast windstill und sanfte Sonne, Wassertemperatur geschätzt 14°, Luft angenehme 24°! 

Freitag, 4. Mai 2018

Meldorfer Klänge

Szenenwechsel. Ich träumte, ich müsste ein Orgelkonzert geben. Ich wurde ausgelost, teilte mit mein Orgellehrer mit, bei dem ich gerade mal eine einzige Unterrichtsstunde an der Orgel absolviert hatte. Das brachte ich vor, aber niemand hörte auf mich. Dass ich nicht wisse, wie Hände und Füße zu koordinieren seien, keine Orgelschuhe besäße, überhaupt nicht in der Lage sei, öffentlich... Wurde von allen Umstehenden (es waren viele da, der Traum sozusagen übervölkert) mit einem müden Lächeln quittiert. ... und ich kein einziges Stück am Stück, also von Anfang bis zum bitteren Ende zu spielen in der Lage ... Vergeblich!
Es kostete mich viel Kraft, den Neulandtraum im Schlaf zu beenden und aufzuwachen. Dann aber, als mir das endlich gelungen war, sprang ich sofort aus dem Bett. Als ob dort eine Orgel, eine ganze Kirche, ein Konzertdom verborgen wäre. Der Traum als Aufstehhilfe!

Donnerstag, 3. Mai 2018

Meldorfer Ästhetik

Das Unsichtbare ist immer interessanter als das Sichtbare:
Pfusch am Bau von vor 40 Jahren. Da fehlt ein Stück Abdeckplane und die Feuchtigkeit zieht seither fröhlich nach oben. In den Himmel hoch ...
Es klopft und staubt den ganzen Tag. Mein Todenbütteler Landschaftsgärtner bringt ein Baugerüst und nimmt Moossäcke und alte Gartenmöbel mit.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Meldorfer Maurer

Wetterwechsel. Der Regen hat in der Nacht nachgegeben. Der Feiertag ist um. Auch der Vollmond nimmt nun wieder ab. Mein Todenbütteler Landschaftsbaugärtner kommt mit seinem Gesellen, der sich um meine Wetterwand kümmert. Die Probleme mit abplatzenden Ziegelsteinen und bröselndem Mörtel in den Fugen bezeichnete vor Jahren ein ortsansässiger Maurer als "rein ästhetisch".

Dienstag, 1. Mai 2018

Meldorf Woche

Regen. Starkregen. Weltuntergang. Das Meldorfer Maifeuer war schon im Winter abgesagt worden, da es, wie es hieß "nicht mehr zu schultern" sei. Feuer brannten in der Nacht in Privatgärten und rund um die Domstadt. Irgendwo wurde auch getanzt. In den Mai. Mir sitzt noch Joldelund in den Knochen. Die Meldorfwoche hat begonnen, während ich in Joldelund der Weltklasse des Bluesrocks lauschte. Sie wird enden, wie der Name schon sagt, wenn die Woche um ist. Dann sitze ich im Wahlbüro. Das Programm ist "abgespeckt" und ich esse schon lange kein Fleisch mehr.